Kunsthalle Mannheim / Stadt in der Stadt / Kunst für alle

 
Kunst für alle – Neue Vermittlungswege // Als Gründungsdirektor Wichert 1909 seinen Dienst an der Kunsthalle antrat, setzte  er sich für damalige Zeit das revolutionäre Ziel, einen offenen Ort des Austauschs und der Begegnung unabhängig von Alter und Herkunft– eine „Kunsthalle für alle“ zu schaffen.  „Diese Haltung spornt uns bis heute an, unsere Kunstvermittlungspalette so breit wie möglich anzulegen“ erklärt Dr. Dorothee Höfert, Leiterin der Abteilung Kunstvermittlung.  

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„Durch den Neubau tun sich neue Wege auf, um noch stärker als bisher die Kommunikation der Besucher anzuregen und vielfältige Gelegenheiten dafür zu schaffen, dass ganz unterschiedliche Stimmen gehört werden,“ so die Kunsthistorikerin. Der Auftrag der Vermittlung bestehe darin, ein passendes Angebot für alle zu finden, ob im Praxis-Workshop oder bei der After-Work Führung, erklärt sie.  „Uns ist es wichtig, auch jene Menschen zu einem Besuch in der Kunsthalle zu ermutigen, die noch nie oder nur selten Gelegenheit hatten, Kunst kennen zu lernen und selbst herauszufinden, was Kunst für ihr eigenes Leben bedeuten könnte.“ So funktioniert auch das Prinzip ‚Museumskoffer‘, mit dem Grundschulkinder an Kunst herangeführt werden - ein Angebot,  das die Firma Roche seit drei Jahren ermöglicht.
Zukünftig werden bewährte Angebote wie der ‚Museumskoffer‘ oder die dialogischen Führungen eine genauso wichtige Rolle spielen wie z.B. eine Museums-App. So unterschiedlich die kulturellen und sozialen Prägungen der Besucher in einer modernen globalisierten Gesellschaft, so individuell sind die Erwartungen. „Während die einen frei durch die Räume schlendern und die ausgestellten Werke einfach genießen wollen, sind andere an intensiveren Begegnungen mit einzelnen künstlerischen Positionen,  dem Austausch mit anderen interessiert oder möchten gleich selbst aktiv werden. Dafür bietet die offene Struktur der „Stadt in der Stadt“ einen idealen Rahmen. In zwei Praxisateliers  mit Blick über den Friedrichsplatz etwa können sich Groß und Klein in kreativen Experimenten mit Farbe und Form ausprobieren. Im Foyer des ersten Obergeschosses werden die entstandenen Kunstwerken zu kleinen Ausstellungen für Freunde und Familie.
 „Vermittlung soll zukünftig mehr denn je zu einem spannenden Prozess werden, der statt passiv erlebt, vielmehr aktiv mitgestaltet werden soll.  Wir begreifen uns nicht so sehr als „Lehrer“, sondern vielmehr als Partner unseres Publikums „ so Höfert. „Ausgehend von der Kunst wird das gemeinsame Sehen, Wahrnehmen, Diskutieren und Ausprobieren zu einem kreativen und dynamischen Prozess, der den Museumsbesuch zu einem echten Erlebnis macht – für alle.“





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