Symposium Jeff Wall /

Jeff Wall, Search of Premises, 2009 Lightjet print, 192,3 x 263 cm courtesy the artist © Jeff Wall
SYMPOSIUM // FOTOGRAFIE ALS KUNST - JEFF WALLS BEDEUTUNG HEUTE 
Kunstwissenschaftliche Konferenz in der Kunsthalle Mannheim
25. & 26.07.18 


Ab 1. Juni 2018 zeigt die Kunsthalle Mannheim in Kooperation mit dem Mudam-Luxembourg Musée d’Art Moderne Gran-Duc Jean die Ausstellung „Appearance“ (2.6.-9.9.2018) mit Fotografien des kanadischen Künstlers Jeff Wall (*1946). Für die Kunsthalle Mannheim ist die Werkschau die erste Sonderausstellung in ihrem Neubau. Mit den Fotografien von Jeff Wall eröffnet das Mannheimer Kunstmuseum neue Perspektiven auf die Geschichte der Kunst im Kontext seiner Sammlung.
Jeff Wall zählt zu den wichtigsten Positionen zeitgenössischer Fotografie. Er hat seit seiner ersten Ausstellung 1978 sowohl die Geschichte der bildenden Kunst als auch die Bedeutung der künstlerischen Fotografie maßgeblich beeinflusst. Für den Kunsthistoriker Michael Fried ist die Arbeit von Wall sogar derart maßgeblich, dass er die Bilder von Jeff Wall an den Ausgangspunkt seines Buches „Why Photography Matters as Art as Never Before“ (2008; dt. 2014) stellt. Fried hebt den für die Rezeptionsgeschichte des Werkes von Jeff Wall ausschlaggebenden Aspekt der großformatigen Tableaus hervor, die kunsthistorisch an das Prinzip der Historienmalerei sowie an die Praxis der Mise-en-Scène in der Fotogeschichte anknüpfen. Zudem findet er den „Neo-Realismus“ als Gestaltungsmerkmal entscheidend und macht daran Walls Aneignung der modernen Malerei nach Edouard Manet, aber auch die Bestimmung von Walls „cinematografischer“ und „fast dokumentarischer“ Fotografie fest.
Der Künstler selbst hat die Entwicklung seines Werkes und dessen Wahrnehmung vom ersten Schritt an mit kunstkritischen Beiträgen über Zeitgenossen, Interviews und spezifischen Stellungnahmen begleitet bzw. sogar gesteuert. Wenn dieser Umstand immer wieder betont wird, um damit die postkonzeptuelle Verortung des Künstlers in der Kunstgeschichte der 1970er Jahre zu untermauern, dann erfolgt dies auch vor dem Hintergrund eines ständigen Legitimationsbedarfs, der die Fotokunst stärker prägt als die anderen visuellen Künste.

Jeff Wall hat diesen Diskurs der Einschreibung in die Kunstgeschichte wie kaum ein anderer Künstler perfektioniert, weshalb sein Werk ikonologisch und dialektisch angelegt ist – in Bildern und Texten. Innerhalb des Kunstsystems hat Wall eine intensive Kommunikation über Fotografie als Kunst angeregt und damit seit den 1990er Jahren zugleich deren künstlerische Anerkennung soweit legitimiert, dass sich aus heutiger Perspektive die Frage stellt, wie seine Fotografie umgekehrt die Kunst beeinflusst hat. Diesen wechselseitigen Diskurs möchte dieses Symposium im Kontext der Ausstellung von Jeff Wall in der Kunsthalle Mannheim aufnehmen und mit aktuellen Forschungen zur jungen Geschichte der Fotografie verknüpfen.


TICKETPREISE DES SYMPOSIUMS //

Regulär: 30 Euro
Ermäßigt (Studenten und Doktoranden mit Immatrikulationsbescheinigungsnachweis): 20 Euro
Eintritt öffentlicher Abendvortrag (gültig für TeilnehmerInnen, die kein reguläres Ticket für das Symposium haben): 5 Euro

Tickets für das Symposium können Sie ab 15.05.18 über unseren Online-Shop erwerben.
 

CALL FOR PAPERS //


Die Tagung lädt zur Diskussion folgender Fragen und Aspekte ein:
Welche Relevanz hat Jeff Wall für die zeitgenössische Fotografie? Size matters: Wie werden die von Wall etablierten Tableaus heute neu bewertet? Welche Formate und Praktiken bestimmen die Gegenwart der Fotografie (Dioramen, Leuchtkästen, Prints, Screening, Online etc.)? Digitale und analoge Fotografie: Welche Retrostile sind heute zu entdecken (Mediennostalgie) und wie lässt sich Walls Werk hier verorten? Welche Techniken der Mise-en-scène und Inszenierung sind in der Fotokunst aktuell? Hat die Selbstreferenz in „Metabildern“ noch eine Bedeutung in der zeitgenössischen Fotografie? Jeff Wall und die Anderen: Welche gegenseitigen Einflüsse im Vergleich zum Werk anderer KünstlerInnen und FotografInnen sind besonders auffällig? Jeff Wall gegen die Anderen: Welche Abgrenzungen und Alleinstellungsmerkmale sind in der Forschung festzustellen? Bild und Diskurs: Wie steuern die Interviews von Jeff Wall die Deutung seines Werkes? Welche Aspekte der Kunstgeschichte sind im Werk von Jeff Wall bislang unerkannt geblieben? Welche politischen, sozialkritischen und zeitdiagnostischen Aspekte spielen bei Jeff Wall eine Rolle und wo finden sich Vergleiche mit Zeitgenossen? 

Zugesagte Keynote:
Prof. Dr. Steffen Siegel, Folkwang Universität der Künste, Essen.
 
Im Rahmen der Ausstellung in der Kunsthalle Mannheim soll das Symposium die jüngste kunsthistorische Forschung zur Fotografie im Kontext der Arbeit von Jeff Wall zur Geltung bringen. Der Aufruf richtet sich deshalb an WissenschaftlerInnen (DoktorandInnen und Post-Docs), deren Arbeit sich auf aktuelle Tendenzen der Fotografie konzentriert und sowohl Gegenwart wie auch Historie einbezieht. Gefragt sind Beiträge zur Fototheorie, Bildwissenschaft, Geschichte der Fotografie und Kunstgeschichte sowie Visual Culture Studies. Die Beiträge sollen in Präsentationen von max. 30 min. vorgestellt werden. Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch.
 
Frist für die Einreichung der Beiträge: 6. Mai 2018
Bitte um Abstracts mit max. 2000 Zeichen und Angaben zum CV.
 
Eine Auswahl der Beiträge erfolgt im Mai durch eine Jury. Zugelassene ReferentInnen erhalten einen Reisekostenzuschuss (Deutschland bis max. € 150; Europa bis € 300; Welt bis max. € 600). Die Kunsthalle übernimmt die Unterkunft nach vorheriger Absprache.
 
Kontakt: sebastian.baden@mannheim.de



 



Zurück