Kunsthalle / Quartalszeitung #3 / Museum neu gedacht

Museum neu gedacht: Tür auf für ein andersartiges Museumserlebnis // Die neue Kunsthalle Mannheim will keine traditionelle Wissensinstitution sein, sondern ein lebendiger Begegnungs- und Erlebnisort. Das ist gar nicht so neu. Schon 1913 hatte der Gründungsdirektor der Kunsthalle Mannheim so etwas im Sinn als er über seinen nie verwirklichten tempelartigen Neubau am Friedrichsplatz schrieb: „Dieser müsste etwas Festliches, Befreiendes haben. Jedem Bürger steht diese Halle offen und jeder mag seinen Freund dort treffen. Die Bedeutung des griechischen Marktplatzes würde durch einen solchen „Saal der Stadt“ auf die Bedürfnisse unserer Zeit übertragen.“
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Mit der innovativen Museumsarchitektur am berühmten Wasserturm verwirklichen wir diese historische Vision in moderner Formensprache. Wir nennen es eine „Stadt in der Stadt“. Wir reklamieren das Museum als urbanes Element und erweitern es in den Stadtraum hinein. Unser Verständnis ist:  ein öffentlicher Ort zu sein, zugänglich  und offen für alle. Wir integrieren uns in die Vielfalt städtischer Aktivitäten. Wir verbinden Kunstwerke mit dem Anliegen, uns beim Leben zu helfen.
Mit seinen kubischen Formen versteht sich der Neubau als gebaute Hommage an die barocke »Quadratestadt« Mannheim. Große Fensterfronten schaffen transparente Übergänge zwischen Innen und Außen. Die Kunsthalle wirkt wie ein Schaufenster für die Kunst, das Neugier weckt. Das Tageslichtatrium wird zum zentralen Platz, wo Menschen aller Generationen und Kulturen eintrittsfrei willkommen sind. Von hier aus entfaltet sich die Kunststadt mit ihren Ausstellungshäusern, die über Gassen, Brücken und Terrassen erkundet werden kann.
Städtische Prinzipien dienen als Türöffner. Wir knüpfen an die Gewohnheiten und Erwartungshaltungen unseres Publikums unmittelbar an und verführen es zu neuen Wahrnehmungen und Sichtweisen. Der Neubau orientiert sich am urbanen Alltag mit seiner Vielfalt, Dynamik und Unvorhersehbarkeit. Doch in der Erfahrung der besonderen Atmosphäre einer Kunststadt öffnen sich zugleich kreative Freiräume und Rückzugsmöglichkeiten zum emotionalen und geistigen Auftanken. Besucherinnen und Besucher werden vom bloßen Zuschauer zum aktiven Mitgestalter ihres individuellen oder gemeinschaftlichen Museumserlebnisses.





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