Von der Fläche zum Raum

Bildhauerzeichnungen seit 1945
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Von der Fläche zum Raum

Ein Schwerpunkt der Graphischen Sammlung der Kunsthalle Mannheim ist, in Analogie zur plastischen Sammlung, ein großes Konvolut an Zeichnungen und Druckgraphiken von Bildhauerinnen und Bildhauern. Die Ausstellung Von der Fläche zum Raum versucht aufzuzeigen, was die besonderen Charakteristika von Bildhauerzeichnungen sind. Einige Merkmale lassen sich benennen: Große Formate, die Farbe Schwarz, starke Raumbezüge und eine betonte Körperlichkeit bestimmen viele der ausgewählten Werke.

Gezeigt werden Drucke von Eduardo Chillida, Madeleine Dietz oder Richard Serra. Chillida und Dietz arbeiten bei der Radierung mit besonders tiefen Ätzungen, weil sich so der Eindruck von Stahl treffend verbildlichen lässt. Serra entwickelt mit seinen Drucken eine Plastizität, die den Werken eine geradezu körperhafte Wirkung verleiht. So werden Drucke ebenbürtig zur Zeichnung, weil nur durch sie die gewünschte Wirkung erzeugt werden kann.

Von Henry Moore, Alberto Giacometti, Alfred Lörcher oder Reg Butler sind Werke mit körperbezogener Bildlichkeit zu sehen. Von Wilfried Hagebölling, François Lafranca, Ansgar Nierhoff und anderen werden dagegen abstrahierte oder abstrakte Bildhauerzeichnungen aus der Zeit nach 1945 gezeigt, die oft als Übersetzung von Stahlplastiken und deren physisch mächtiger Präsenz gesehen werden können.

Faszinierend sind auch Arbeiten von Andrea Zaumseil, Christo oder Magdalena Jetelová, bei denen sich im zeichnerischen Werk eine von ihrer plastischen Arbeit weitgehend unabhängige Bildsprache entwickelt, die aber immer mit den jeweils für den Künstler und die beiden Künstlerinnen typischen Auseinandersetzungen arbeiten.

Von David Rabinovitch, Hans-Jörg Voth oder Fabrizio Plessi sind Konstruktionszeichnungen für konkrete plastische Arbeiten zu sehen, die sich mit deren Verortung im Raum auseinandersetzen.

Ben Muthofer schließlich gelingt es, mit flachen Siebdrucken und Lackschnitten den Eindruck gefalteter Räumlichkeit zu erzeugen.

Kurator: Dr. Thomas Köllhofer

Gezeigt werden Werke von Edgar Augustin, Reg Butler, John Cage, Lynn Chadwick, Eduardo Chillida, Christo, Arnold D´Altri, Madeleine Dietz, Helga Föhl, Lucio Fontana, Henry Moore, Alberto Giacometti, Robert Graham, Wilfried Hageböllig, Werner Haypeter, Magdalena Jetelová, Zoltán Kemény, Werner Knaupp, Francois Lafranca, Alfred Lörcher, Christoph M. Loos, Wilhelm Loth, Bernhard Luginbühl, Ben Muthofer, Hans Nagel, Ansgar Nierhoff, Fabrizio Plessi, Werner Pokorny, Heinz-Günther Prager, David Rabinowitch, Ulrich Rückriem, Fred Sandback, Martin Schmidt, Michael Schoenholtz, Richard Serra, Jens Trimpin, Jean Tinguely, Günter Uecker, Hannsjörg Voth und Andrea Zaumseil.

Ben Muthofer (*1937), ohne Titel, Serigraphie, 65,10 x 65,00 cm, 1972
Ben Muthofer (*1937), ohne Titel, Serigraphie, 65,10 x 65,00 cm, 1972
Andrea Zaumseil (*1957), Seestück, Pastellkreide, 127,00 x 97,00 cm, 1995
Fabricio Plessi (null), Projektskizze zum Acquedotto clettronico, Bleistift, Gouache, 70,00 x 100,00 cm, 1996
Martin Schmidt (*1963), Basislager, Bleistift, Aquarell, 1996
Hannsjörg Voth (*1940), Boot aus Stein, Mischtechnik auf Transparentpapier, 70,00 x 100,00 cm, keine Datierung
Reg Butler (1913 - 1981), Stürzende Frau, Lithographie, 76,00 x 51,80 cm, 1963
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Flyer Bildhauerzeichnungen

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