Programm

18:00 Uhr / 90 Min.
Mi. 26.06
Sonderveranstaltung zzgl. Eintritt

"Die Küche als Labor und Atelier: Beobachtungen aus der Experimentellen Kulturwissenschaft". Vortrag von Prof. Dr. Moritz Klenk, Kulturwissenschaftler, Hochschule Mannheim

Information zum Termin

Die Projektwochen der Hochschule Mannheim, Fakultät Gestaltung werden durch eine Vortragsreihe im Auditorium der Kunsthalle vorbereitet und begleitet. Prof. Dr. Moritz Klenk, Kulturwissenschaftler an der Hochschule Mannheim, arbeitet in diesem Semester an der offenen Küche und an der Frage "Wie zusammen leben". Die Vorträge finden im Rahmen der gleichnamigen Vorlesung, die im Sommersemester an der Hochschule Mannheim angeboten wird. Die Vorlesung zu Gast in der Kunsthalle – ist für Besucher:innen aller Art geöffnet! Darüber hinaus wird Dr. Nina Rind einen Vortrag zum Thema "Wohnumwelten" halten und Jakob Wirth bietet während der Projektwochen einen Artist Talk an zum Thema "Parasiten in der Küche. Was parasitäre Kunst alles mit einer Küche zu tun haben könnte". Die Vorträge können einzeln oder als Serie besucht werden. Vorkenntnisse sind nicht nötig. Neugier genügt!


Dienstag, 16. April 2024, 16:30 - 18:00 Uhr

"Wie zusammen leben – und wie stellt man diese Frage heute?"

Prof. Dr. Moritz Klenk, Kulturwissenschaftler, Hochschule Mannheim

"In welchem Abstand zu den anderen muß ich mich halten, um mit ihnen eine Gemeinschaft ohne Entfremdung, eine Einsamkeit ohne Exil zu verwirklichen?" — so fragte Roland Barthes 1976 in seiner Vorlesung "Wie zusammen leben" am Collège de France in Paris . Erst viele Jahre später und auf ganz unvorhergesehene Weise wurde deutlich, wie aktuell diese Frage heute noch ist. Doch wie denken wir sie weiter: auf welche Weise muss man eine solche Frage heute stellen, und wie heute schon für eine ungewisse Zukunft denken?

In seinem Vortrag entfaltet Prof. Dr. Moritz Klenk diese Frage für unsere heutige Zeit. Denn: es ist noch immer eine der vielleicht wichtigsten und rätselhaftesten Fragen überhaupt. Ist das Zusammenleben denn nicht vor allem etwas ganz Selbstverständliches? Und wie kann man nach dem Selbstverständlichen fragen? Und braucht man, um eine solche Frage zu stellen Kunst? Wenn ja: welche Bedeutung haben die Künste hier, und welchen Beitrag leisten die Kulturwissenschaften?

Der Vortrag ist eine Einladung, das Selbstverständliche zu befragen, und — vielleicht — zwischen Kunst und Wissenschaft, Vertrautes anders sehen, fühlen, wahrnehmen und denken zu lernen.


Dienstag, 7. Mai 2024, 16:30 - 18:00 Uhr 

"Wohnumwelten"

Dr. Nina Rind, Kunst- und Architekturhistorikerin, KIT Karlsruhe


Wohnen ist existenzielles Grundbedürfnis und alltägliche soziale Praxis, knappes Gut und wohnungspolitische Herausforderung, aber auch Ausgangspunkt und Vision architektonischer Entwürfe und sozial-utopischer Projekte.

Am Beispiel von historischen Konzepten sowie Wohn- und Wohnbauprojekten tastet sich der Vortag an die heutigen Fragen zum Wohnen heran. Dabei geht es zum einen um die physische Umgebung des Wohnens, dem Zimmer, der Wohnung, dem Haus, dem Zelt etc. Es geht aber auch um die Dimension unserer sozialen Umwelt: Mit wem wohnen wir? Das können die Stadt, die Nachbarschaft, die Familie, die Mitwohnenden sein. Eine dritte Dimension wird durch die Dinge mit denen wir wohnen bestimmt. Und schließlich sollen mit einer vierten Dimension auch nicht menschliche Mitwohnende in die Diskussion über unsere Wohnumwelt eingeführt werden: Tiere wie Pflanzen, drinnen wie draußen. Anders als in der Architekturgeschichte üblich wird hier der Fokus auf die Alltäglichkeit und Sinnlichkeit des Wohnens in diesen vier Dimensionen gelegt und als tiefergehende Befragung teilweise gut bekannter historischer Beispiele exemplarisch diskutiert.


Dienstag, 28. Mai 2024, 16:30 - 18:00 Uhr

"Experimental Everything – das Leben als künstlerisches Experiment"

Prof. Dr. Moritz Klenk, Kulturwissenschaftler, Hochschule Mannheim

Experimente dienen, so die allgemeine Überzeugung, der Überprüfung von Hypothesen, um noch unbekannte Antworten auf bekannte Fragen zu finden. Doch dann führen Experimente einen oft auf ungeahnte Abwege, Umwege oder bringen vollkommen Unvorhergesehenes hervor. Und was fängt man nun damit an? Und was macht man, wenn man nicht nur auf der Suche nach Antworten, sondern vielleicht auf der Suche nach anderen, neuen Fragen ist?

Der Vortrag stellt Beispiele und Formen zwischen Kunst und Wissenschaft vor, in denen das das Experiment zur Haltung, zur Experimentalität geworden ist, die das ganze Leben erfasst. Was geschieht, wenn man das ganze Leben zu einem großen Experiment — oder zu einem Kunstwerk erklärt? Welche Dynamik kann entstehen, wenn nicht nur das Leben zum Experiment, sondern auch umgekehrt das Experiment lebendig, vom Leben mitgerissen wird? Und auf welche Weise ergänzt die Kunst ein wissenschaftliches Verständnis von Experiment und führt noch darüber hinaus? Ist das noch Wissenschaft oder Kunst oder … Magie?

Lassen Sie sich irritieren und inspirieren, von radikalen Versuchen in Künsten und Wissenschaften, Experimenten zwischen Wissenschaft, Kunst und (echter) Magie, und zur Frage verführen: was wird Ihr nächstes Experiment sein?


Mittwoch, 26. Juni 2024, 18:00 - 19:30 Uhr

"Die Küche als Labor und Atelier: Beobachtungen aus der Experimentellen Kulturwissenschaft"

Prof. Dr. Moritz Klenk, Kulturwissenschaftler, Hochschule Mannheim, anschließend offener Abend mit kleinen Speisen und Getränken in der Parasite Kitchen

Die Küche ist seit jeher und oft noch immer das Zentrum jeder Wohnstätte und damit das Herz praktisch jeder (Wohn-/Lebens-) Gemeinschaft. Wenn man die Frage nach dem Wie zusammen leben stellt, so muss man sie also… in der Küche stellen! Dort werden ohnehin die wirklich wichtigen Fragen verhandelt. Zugleich gilt die Küche als profaner Ort des gewöhnlichen Lebens — fast unvorstellbar, dass er für die Kunst oder Wissenschaft von Interesse sein sollte. Aber gerade darum: müsste man nicht die Küche als Labor und Atelier des wirklichen Lebens verstehen? Und was würde man mit einem solchen Perspektivenwechsel sehen lernen? 

Einrichten, ordnen, zubereiten, kochen, miteinander essen, abspülen, aufräumen, usw. — der Vortrag versucht all das als künstlerische Praxis und wissenschaftliche Methoden zu denken. Als eine große Fülle an sinnlichen, praktischen, theoretischen, ästhetischen Mitteln des Wie zusammen Lebens. Hier kommen Hitze, Zutaten, Körper, Ästhetik, Lust, Technik und Wissen zusammen. Kommen Sie vorbei — und bringen Sie Appetit auf Inspiration mit.


Mittwoch, 3. Juli, 18.00 - 19:30 Uhr

Artist Talk: "Parasiten in der Küche. Was parasitäre Kunst alles mit einer Küche zu tun haben könnte."

Jakob Wirth, Künstler und PhD Kandidat in Künstlerischer Forschung, Bauhaus Universität Weimar.

mit anschließender Parasite Kitchen und Getränken

An der Parasite Kitchen/Skulpturenplatz






18:30 Uhr / 60 Min.
Mi. 26.06
Öffentliche Führung zzgl. Eintritt

Themenführung Fokus Sammlung: Pinsel & Pixel – Vom Werk zum Display. Meisterwerke der Sammlung digital erzählt

Information zum Termin

Wie können Kunstwerke im digitalen Raum in ihrer einzigartigen Qualität vermittelt werden? Der Frage gingen das Kunstmuseum Stuttgart und die Kunsthalle Mannheim in dem gemeinsamen, mehrjährigen Forschungsprojekt »Vom Werk zum Display« nach. Für 22 Kunstwerke beider Sammlungen wurden Episoden entwickelt, die neue, experimentelle Vermittlungsansätze für den digitalen Raum verfolgen. Vor Ort in den Museen ist ein direkter Vergleich zwischen Original und digitaler Übersetzung möglich.

Für jedes der ausgesuchten Werke – darunter Objekte aus dem 19. Jahrhundert bis hin zu zeitgenössischen Arbeiten – wurde eine individuelle digitale Präsentationsform erarbeitet. So wurde in der Kunsthalle Mannheim unter anderem Édouard Manets Werk „Die Erschießung Kaiser Maximilians“ (1868–69) aus der eigenen Sammlung mit drei weiteren Versionen aus Museen in Boston, London und Kopenhagen virtuell überlagert. Durch die Übersetzung ins Digitale wird die Entwicklung der Bildkomposition unmittelbar ersichtlich und nachvollziehbar. Das kinetische Objekt „Kurbelwald“ (1991) von Ernst Reinold, welches für gewöhnlich in einem Museum von Besucher*innen nicht berührt werden darf, lässt sich nun auf einem Bildschirm in Bewegung setzen. Auch die Installation „Resonanz Raum“ (2020) von Nevin Aladağ erhält in der Kunsthalle eine digitale Transformation mittels derer Nutzer*innen Musik nicht nur hören können, sondern auch in der Lage sind diese selbst zu mischen. Rangezoomt bis unmittelbar auf die Oberfläche und mit einer Hörcollage aus futuristischen Manifesten hinterlegt, verwandelt sich wiederum die Bronzeskulptur „Einzigartige Formen der Kontinuität im Raum“ (1913) des Künstlers Umberto Boccioni in eine futuristische Landschaft.

In der Kunsthalle Mannheim gibt es außerdem Episoden zu Kunstwerken von Constantin Brâncuşi, Gustave Courbet, Caspar David Friedrich, Richard Long, Franz Marc, Louise Nevelson sowie eine Episode zur Kinetischen Kunst mit Werken von Jean Tinguely, Ernst Reinold und Adolf Luther.

10:30 Uhr / 60 Min.
Do. 27.06
Öffentliche Führung zzgl. Eintritt

Themenführung Fokus Sammlung: Pinsel & Pixel – Vom Werk zum Display. Meisterwerke der Sammlung digital erzählt

Information zum Termin

Wie können Kunstwerke im digitalen Raum in ihrer einzigartigen Qualität vermittelt werden? Der Frage gingen das Kunstmuseum Stuttgart und die Kunsthalle Mannheim in dem gemeinsamen, mehrjährigen Forschungsprojekt »Vom Werk zum Display« nach. Für 22 Kunstwerke beider Sammlungen wurden Episoden entwickelt, die neue, experimentelle Vermittlungsansätze für den digitalen Raum verfolgen. Vor Ort in den Museen ist ein direkter Vergleich zwischen Original und digitaler Übersetzung möglich.

Für jedes der ausgesuchten Werke – darunter Objekte aus dem 19. Jahrhundert bis hin zu zeitgenössischen Arbeiten – wurde eine individuelle digitale Präsentationsform erarbeitet. So wurde in der Kunsthalle Mannheim unter anderem Édouard Manets Werk „Die Erschießung Kaiser Maximilians“ (1868–69) aus der eigenen Sammlung mit drei weiteren Versionen aus Museen in Boston, London und Kopenhagen virtuell überlagert. Durch die Übersetzung ins Digitale wird die Entwicklung der Bildkomposition unmittelbar ersichtlich und nachvollziehbar. Das kinetische Objekt „Kurbelwald“ (1991) von Ernst Reinold, welches für gewöhnlich in einem Museum von Besucher*innen nicht berührt werden darf, lässt sich nun auf einem Bildschirm in Bewegung setzen. Auch die Installation „Resonanz Raum“ (2020) von Nevin Aladağ erhält in der Kunsthalle eine digitale Transformation mittels derer Nutzer*innen Musik nicht nur hören können, sondern auch in der Lage sind diese selbst zu mischen. Rangezoomt bis unmittelbar auf die Oberfläche und mit einer Hörcollage aus futuristischen Manifesten hinterlegt, verwandelt sich wiederum die Bronzeskulptur „Einzigartige Formen der Kontinuität im Raum“ (1913) des Künstlers Umberto Boccioni in eine futuristische Landschaft.

In der Kunsthalle Mannheim gibt es außerdem Episoden zu Kunstwerken von Constantin Brâncuşi, Gustave Courbet, Caspar David Friedrich, Richard Long, Franz Marc, Louise Nevelson sowie eine Episode zur Kinetischen Kunst mit Werken von Jean Tinguely, Ernst Reinold und Adolf Luther.

11:00 Uhr / 60 Min.
Fr. 28.06
Sonderveranstaltung zzgl. Eintritt

Wohnkonzepte. Pop-Up Ausstellung im Rahmen der Parasite Kitchen Dr. Nina Rind und Studierende der Fakultät für Architektur, KIT Karlsruhe

Information zum Termin

Wohnkonzepte. Pop-Up Ausstellung im Rahmen der Parasite Kitchen Dr. Nina Rind und Studierende der Fakultät für Architektur, KIT Karlsruhe

15:00 Uhr / 60 Min.
Fr. 28.06
Sonderveranstaltung zzgl. Eintritt

‚Sie sind keine Küchen-Sklavin!‘ – Die Geschichte der Küchenarchitektur und der kochenden Menschen nach 1933. Vortrag von Katharina Bauer

Information zum Termin

PROJEKT "PARASITE KITCHEN" IN KOOPERATION MIT DER HOCHSCHULE MANNHEIM & KIT KARLSRUHE

Mehr als andere Räume der Wohnung ist die Küche nicht allein auf Funktionen des Wohnens ausgerichtet, sondern zugleich Arbeitsraum der kochenden und hausarbeitenden Person. Dadurch unterliegt sie sowohl Bedingungen der ästhetischen Gestaltung als auch denen einer funktionalen Einrichtung, die zur Arbeitserleichterung beitragen soll.

Der Vortrag behandelt Fragen, die ab 1933 im Rahmen sozialer Wohnungsbauprojekte bezüglich des Küchenraumes gestellt und beantwortet werden. Sozialwohnungen weisen Besonderheiten auf, mit denen eine Konzentration auf Fragen nach normbaren Wohn- und Hausarbeitsprozessen einhergeht. Die aus Kostengründen begrenzte Fläche führt unter anderem zu sehr kleinen Küchenräumen, für welche die Auswirkungen des Grundrisses und der Anordnung der Einbauelemente auf die Arbeitsprozesse bis ins Detail theoretisch festgelegt und durchgeplant werden.

Der Vortrag zeichnet die verschiedenen Haltungen nach, die dem Küchenraum gegenüber in der deutschen Baupolitik ab 1933 existieren. Es wird nach Auswirkungen sozialgeschichtlich bedingter Leitbilder auf die architektonische Planung sowie die in den Küchen arbeitenden Menschen gefragt. Da es sich bei der kochenden Person zu großen Teilen des 20. Jahrhunderts überwiegend um die (Haus-)Frau handelt, werden, neben dem bachfachlichen Diskurs, Impulse feministischer Architekt*innen sowie anderer progressiver Entwicklungen auf den Wohnungsbau betrachtet.

In der Diskussion, die an den architekturhistorischen Vortrag anschließt, sollen subjektive Erfahrungen und Assoziationen, die jeder und jede mit dem Küchenraum verbindet, diskutiert und nach den Unterschieden zwischen theoretischen Planungsgrundlagen und individuellen Wohn- und Arbeitsprozessen gefragt werden.

10:30 Uhr / 90 Min.
Sa. 29.06
Sonderveranstaltung zzgl. Eintritt

Yoga in der Kunsthalle. Gespräch zu Sarah Lucas "Sense of Human" & Yoga mit Birgitt Held

Information zum Termin

Yoga in der Kunsthalle. Gespräche zur Kunst und Yoga mit der Mannheimer Yogalehrerin Birgitt Held

Nach einer Einführung zu einem ausgewählten Werk der Kunsthalle Mannheim Werk spricht Dörte Ilsabe Dennemann (Programmkuratorin) mit der Mannheimer Yogalehrerin Birgitt Held über die Kunst aus Perspektive der Yoga-Philosophie.

Anschließend Yogapraxis auf der Terrasse der Freunde

Bitte bequeme Kleidung und eine Matte mitbringen

Informationen zu Birgitt Held unter www.yogaheld.com

Ticket: 15 €


Samstag, 20.04.24, 10:30 Uhr

Yoga in der Kunsthalle. Gespräch zu Nevin Aladaǧs „Resonanz-Raum“ & Yoga mit Birgitt Held

In ihrem künstlerischen Schaffen bezieht sich Nevin Aladaǧ (*1972, Van) auf lokale Gegebenheiten, musikalische Traditionen oder persönliche Erfahrungen ihres türkischen und deutschen Hintergrundes. In Anlehnung an höfische und gleichzeitig private Musikzimmer des 18. und 19. Jahrhunderts setzt die Künstlerin ihre Interpretationen in die Öffentlichkeit und lässt sie musikalisch selbstständig agieren. Für die Kunsthalle Mannheim gestaltete die Künstlerin erstmals einen „Resonanz Raum“, der selbst zum musizierenden Klangkörper wird: ein auf einzelne Saiten reduziertes Eck-Cello, eine Eck-Harfe in Form einer antiken Leier, eine Eck-Trommel sowie trichterförmig angeordnete Eck-Glocken. Zum Ensemble gehört auch der quadratische Sound-Teppich, aus Textilien unterschiedlicher Epochen, Stilen und Herkunft zusammengefügt..

Im Gespräch über Aladaǧs „Resonanz-Raum“ geht es um Fragen von Resonanz, das Element Äther und den persönlichen Innen- und Außenraum aus Perspektive der Yogaphilosophie. Anschließend Yogapraxis.


Samstag, 18.05.24, 10:30 Uhr

Yoga in der Kunsthalle. Gespräch zur Ausstellung "Zwischen einer Linie" & Yoga mit Birgitt Held

In dieser Ausstellung treffen zwei Künstler*innen aufeinander, die unterschiedlicher kaum sein könnten, und gleichzeitig ausgesprochen viele Gemeinsamkeiten haben: Sie arbeiten vor allem als Zeichnerinnen, die immerwährende Auseinandersetzung mit der Linie ist ein vorrangiges Thema, und auch dies haben die Künstlerinnen gemeinsam: viele ihrer Zeichnungen entstehen im Raum, bewegen sich durch den Raum und haben eine ausgesprochen bildhauerische Qualität. Dort entfalten sie aber mehr als unterschiedliche Bildwelten, Raumwirkungen und Dynamiken. Während sich die Raumzeichnungen von Katharina Hinsberg mit einer geradezu sezierenden Klarheit als fragile Linien durch den Raum bewegen, geht von den Zeichnungen Monika Grzymalas eine eruptive, explosionsartige Wucht aus, mit der ihre mächtigen Linienbündel den Raum durchdringen und besetzen.

Im Gespräch über den Kunstraum geht es um die Perspektive aus der Yogaphilospie und die Fragen über die Verbindung bzw. Trinität zwischen Körper, Geist und Seele. Wo nehmen wir uns noch als Einheit und unsere Positionierung im Raum wahr. Anschließend Yogapraxis.


Samstag, 29.06.24, 10:30 Uhr

Yoga in der Kunsthalle. Gespräch zu Sarah Lucas "Sense of Human" & Yoga mit Birgitt Held

Sarah Lucas (*1962 in London, UK) setzt sich in ihrem Werk kritisch-humorvoll mit Aspekten des menschlichen Körpers und seinen gesellschaftlichen Zuschreibungen auseinander. Geprägt von radikaler Formensprache hinterfragt sie in ihren Fotografien, Skulpturen und Installationen soziale Normen und Geschlechterstereotype. Oft finden Alltagsgegenstände und -sprache Eingang in ihr Werk, die sie spielerisch in neue Bedeutungszusammenhänge stellt und grundlegende Themen der Skulptur erkundet. In ihrer ersten institutionellen Ausstellung in Deutschland seit 2005 bringt Lucas Werke aus fast vier Dekaden künstlerischen Schaffens zusammen. Diese reichen von frühen Arbeiten der 1990er-Jahre bis hin zu jüngst entstandenen Werken, in denen sie Fragestellungen des Körperlichen im sozialen Feld weiterentwickelt.

Im Gespräch über Sarah Lucas "Sense of Human" wechseln wir die Perspektive zur Yogaphilosophie zum Glied Pratyahara, welches sich auf die Konzentration der Sinne, also dem Zurückziehen der Sinne von den Sinnesobjekten bezieht und binden auch das Glied Satya die Wahrhaftigkeit ein.

Was sind wir ohne eine Geschichte unserer Gedanken? Wo nehmen wir uns in unserem Leben noch sinnlich wahr?

Anschließend Yogapraxis.



11:00 Uhr / 60 Min.
Sa. 29.06
Sonderveranstaltung zzgl. Eintritt

Wohnkonzepte. Pop-Up Ausstellung im Rahmen der Parasite Kitchen Dr. Nina Rind und Studierende der Fakultät für Architektur, KIT Karlsruhe

Information zum Termin

Wohnkonzepte. Pop-Up Ausstellung im Rahmen der Parasite Kitchen Dr. Nina Rind und Studierende der Fakultät für Architektur, KIT Karlsruhe

15:30 Uhr / 90 Min.
Sa. 29.06
Workshop Kinder/Jugendliche

Guckloch Kunst Spezial: Groß und Klein

Information zum Termin

Das Format Guckloch Spezial: Groß und Klein richtet sich an Kinder in Begleitung eines Erwachsenen. Kleine und große Museumsbesucher*innen entdecken gemeinsam mit den Vermittler*innen die Kunst im Haus und erproben im Atelier eigene kreative Ideen.

Anmeldung über www.abendakademie-mannheim.de oder +49 621 1076 150

15:30 Uhr / 60 Min.
Sa. 29.06
Öffentliche Führung zzgl. Eintritt

Überblicksführung "Sarah Lucas – Sense of Human"

Information zum Termin

Sarah Lucas (*1962 in London, UK) setzt sich in ihrem Werk kritisch-humorvoll mit Aspekten des menschlichen Körpers und seinen gesellschaftlichen Zuschreibungen auseinander. Geprägt von radikaler Formensprache hinterfragt sie in ihren Fotografien, Skulpturen und Installationen soziale Normen und Geschlechterstereotype. Oft finden Alltagsgegenstände und -sprache Eingang in ihr Werk, die sie spielerisch in neue Bedeutungszusammenhänge stellt und grundlegende Themen der Skulptur erkundet. In ihrer ersten institutionellen Ausstellung in Deutschland seit 2005 bringt Lucas Werke aus fast vier Dekaden künstlerischen Schaffens zusammen. Diese reichen von frühen Arbeiten der 1990er-Jahre bis hin zu jüngst entstandenen Werken, in denen sie Fragestellungen des Körperlichen im sozialen Feld weiterentwickelt.

20:00 Uhr / 90 Min.
Sa. 29.06
Sonderveranstaltung zzgl. Eintritt

Live im Atrium: 33 (Billy Bultheel & Alexander Iezzi). In Kooperation mit Jetztmusik Festival 2024

Information zum Termin

VK: 22,-€ + Geb

AK: 27,-€

Tickets unter: https://jetztmusikfestival.reservix.de/events

In Kooperation mit dem Jetztmusik Festival 2024


33

Billy Bultheel und Alexander Iezzi schließen sich als 33 zusammen, um eine gleichermaßen brutale und wunderschöne Mischung aus knallhartem Hardcore-Rave, introspektiver Kammermusik und kunstvollem Punk zu präsentieren. Die Tatsache, dass der Komponist und Performance-Künstler Bultheel und der Künstler Iezzi aus sehr unterschiedlichen künstlerischen Hintergründen stammen, trägt zur kreativen Freiheit bei, die ihre gemeinsame Arbeit ausstrahlt. Stampfende Techno-Beats, brachiale Samples und plötzliche Lärmblitze durchbrechen trauernde Choräle, melancholische Streicherpassagen und melancholische Klaviertöne. Stellen Sie sich ein trauriges Opernhaus vor, das für eine experimentelle Clubnacht übernommen wurde, oder einen königlichen Konzertsaal, der aus Betonplatten besteht, und Sie sind fast da. Für diese Live-Show treten Bultheel und Iezzi zusammen mit dem Sängern Ivan Cheng auf.

 

Billy Bultheel, geboren 1987 in Brüssel (Belgien), studierte Electronic Music Composition am Institut für Sonologie am Koninklijk Konservatorium in Den Haag (Niederlande) und schloss 2012 seinen Master in Performance und Choreographie an der Justus-Liebig Universität in Gießen ab. Zwischen 2009 und 2011 arbeitete er mit der Forysthe Company in Frankfurt als künstlerischer und dramaturgischer Assistent zusammen. Seit 2012 arbeitet er als Komponist und Performer mit Anne Imhof zusammen. Ihre Arbeiten wurden unter anderem im MoMAPS1 (New York, 2015), Palais de Tokyo (Paris, 2015), Centre Pompidou (Paris, 2015), Liste (Basel, 2014), Kunsthalle (Basel, 2016), Hamburger Bahnhof (Berlin, 2016) und Musée d'art contemporain (Montréal, 2016) gezeigt. Er war die Leitung der musikalischen Konzeption und Produktion, sowie Performer der Performance Faust (Regie Anne Imhof), die 2017 auf der Biennale in Venedig gezeigt wurde. Faust erhielt die Auszeichnung Goldener Löwe für die beste nationale Teilnahme.

 

Alexander Iezzi hat seinen Master of Fine Arts vom Piet van Zwart Institute, Rotterdam. In den letzten Jahren hat er als Solist oder in Zusammenarbeit mit anderen Künstler:innen in den KW Berlin, dem MoMA New York, dem Kunstinstituut Melly, Rotterdam, der Galerija Močvara, Zagreb und der Galleri Syster Luleå ausgestellt. Zusammen mit dem Komponisten Billy Bultheel veröffentlicht er unter dem Pseudonym 33 Musik auf dem Label C.A.N.V.A.S.

12:00 Uhr / 60 Min.
So. 30.06
Öffentliche Führung zzgl. Eintritt

Überblicksführung "Sarah Lucas – Sense of Human"

Information zum Termin

Sarah Lucas (*1962 in London, UK) setzt sich in ihrem Werk kritisch-humorvoll mit Aspekten des menschlichen Körpers und seinen gesellschaftlichen Zuschreibungen auseinander. Geprägt von radikaler Formensprache hinterfragt sie in ihren Fotografien, Skulpturen und Installationen soziale Normen und Geschlechterstereotype. Oft finden Alltagsgegenstände und -sprache Eingang in ihr Werk, die sie spielerisch in neue Bedeutungszusammenhänge stellt und grundlegende Themen der Skulptur erkundet. In ihrer ersten institutionellen Ausstellung in Deutschland seit 2005 bringt Lucas Werke aus fast vier Dekaden künstlerischen Schaffens zusammen. Diese reichen von frühen Arbeiten der 1990er-Jahre bis hin zu jüngst entstandenen Werken, in denen sie Fragestellungen des Körperlichen im sozialen Feld weiterentwickelt.

15:30 Uhr / 60 Min.
So. 30.06
Öffentliche Führung zzgl. Eintritt

Themenführung Fokus Sammlung: Pinsel & Pixel – Vom Werk zum Display. Meisterwerke der Sammlung digital erzählt

Information zum Termin

Wie können Kunstwerke im digitalen Raum in ihrer einzigartigen Qualität vermittelt werden? Der Frage gingen das Kunstmuseum Stuttgart und die Kunsthalle Mannheim in dem gemeinsamen, mehrjährigen Forschungsprojekt »Vom Werk zum Display« nach. Für 22 Kunstwerke beider Sammlungen wurden Episoden entwickelt, die neue, experimentelle Vermittlungsansätze für den digitalen Raum verfolgen. Vor Ort in den Museen ist ein direkter Vergleich zwischen Original und digitaler Übersetzung möglich.

Für jedes der ausgesuchten Werke – darunter Objekte aus dem 19. Jahrhundert bis hin zu zeitgenössischen Arbeiten – wurde eine individuelle digitale Präsentationsform erarbeitet. So wurde in der Kunsthalle Mannheim unter anderem Édouard Manets Werk „Die Erschießung Kaiser Maximilians“ (1868–69) aus der eigenen Sammlung mit drei weiteren Versionen aus Museen in Boston, London und Kopenhagen virtuell überlagert. Durch die Übersetzung ins Digitale wird die Entwicklung der Bildkomposition unmittelbar ersichtlich und nachvollziehbar. Das kinetische Objekt „Kurbelwald“ (1991) von Ernst Reinold, welches für gewöhnlich in einem Museum von Besucher*innen nicht berührt werden darf, lässt sich nun auf einem Bildschirm in Bewegung setzen. Auch die Installation „Resonanz Raum“ (2020) von Nevin Aladağ erhält in der Kunsthalle eine digitale Transformation mittels derer Nutzer*innen Musik nicht nur hören können, sondern auch in der Lage sind diese selbst zu mischen. Rangezoomt bis unmittelbar auf die Oberfläche und mit einer Hörcollage aus futuristischen Manifesten hinterlegt, verwandelt sich wiederum die Bronzeskulptur „Einzigartige Formen der Kontinuität im Raum“ (1913) des Künstlers Umberto Boccioni in eine futuristische Landschaft.

In der Kunsthalle Mannheim gibt es außerdem Episoden zu Kunstwerken von Constantin Brâncuşi, Gustave Courbet, Caspar David Friedrich, Richard Long, Franz Marc, Louise Nevelson sowie eine Episode zur Kinetischen Kunst mit Werken von Jean Tinguely, Ernst Reinold und Adolf Luther.

16:00 Uhr / 60 Min.
Mi. 03.07
Sonderveranstaltung zzgl. Eintritt

Zwischen Emanzipation und Einweckgläsern - Küchenpolitiken in Kunst, Medien und Architektur. Vortrag von Dr. Rosanna Umbach, Mariann Steegmann Institut, Bremen

Information zum Termin

PROJEKT "PARASITE KITCHEN" IN KOOPERATION MIT DER HOCHSCHULE MANNHEIM & KIT KARLSRUHE

Künstler_innen haben die Küche als Raum der Geschlechterdifferenz bereits in verschiedenen Formaten kritisch dekonstruiert: In ihrer parodistischen Video-Performance Semiotics of the Kitchen schwingt Martha Rosler 1975 die Suppenkelle und zerlegt nicht nur das Alphabet der Haushaltsgeräte, sondern auch die Rolle der Haus/Frau. Im selben Jahr schnallt sich Birgit Jürgenssen mit der Hausfrauen - Küchenschürze den Herd um den Leib und verdeutlicht damit die gesellschaftlich unsichtbare Arbeitslast der Hausarbeit. Und Rosemarie Trockel sprengt 1999 in einer künstlerischen Inszenierung gleich das ganze Haus mitsamt der Küche in die Luft. Der Vortrag widmet sich diesen und anderen Künstler_innen in der Küche und zeigt auf, welche (historischen) Debatten über Geschlecht, Arbeit, Architektur und Klasse sich zwischen Spülbecken und Einbauschränken, Fabrik- und Wohnküchen zugetragen haben.

Denn Küchenfragen sind immer noch brandaktuell: Wo Silvia Federici bereits 1974 den Aufstand aus der Küche forderte, arbeitet das Herausgeber_innenkollektiv Kitchen Politics heute über die Neuordnung der Küchen (2023) an feministischen Formen des Zusammenlebens. Ikea-Küchen stellen in hölzernen Regaldisplays mit Einmachgläsern voller eingekochter Lebensmittel exemplarisch eine ,gesunde‘ Lebensführung aus und richten uns entlang des Trends zur Nachhaltigkeit biopolitisch ein – denn die Küche funktioniert immer auch als Klassenmarker. Angesichts von Inflation und wachsender Armut könnten Großküchen oder Küchen für Alle solidarische Versorgungsnetze knüpfen und Care-Arbeit verkollektivieren. Gemeinsam wird die Küche als Diskursraum durchschritten und über verschiedene künstlerische Positionen und mediale Inszenierungen als politischer Schauplatz in den Blick genommen.

18:00 Uhr / 60 Min.
Mi. 03.07
Sonderveranstaltung Eintritt inkl.

Buch-Club zur Ausstellung "Sarah Lucas - Sense of Human", in Kooperation mit QZM e.V., Frauenbuchladen Xanthippe und Stadtbibliothek Mannheim

Information zum Termin

Buch-Club zur Ausstellung „Sarah Lucas – Sense of Human“

Die britische Künstlerin Sarah Lucas (*1962 in London, UK) setzt sich in ihrem vielschichtigen Werk kritisch und humorvoll mit Aspekten des menschlichen Körpers und seinen gesellschaftlichen Zuschreibungen auseinander. Oft finden Alltagsgegenstände und saloppe Sprache Eingang in ihr Werk, das sie spielerisch in neue Bedeutungszusammenhänge stellt und in dem sie grundlegende Themen der Bildhauerei erkundet.

Im Programm zur Ausstellung greift die Kunsthalle Mannheim zentrale Begrifflichkeiten auf: Körper, Feminismus und Klassismus Der neu gegründete „Buch-Club“ der Kunsthalle Mannheim bietet an vier die Ausstellung begleitenden Terminen einen Blick in aktuelle Publikationen und mediale Beiträge, in denen Sie die tiefgreifenden Einflüsse von Armut und finanzieller Knappheit auf unser tägliches Leben erkunden können. Wie schreiben sich die Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens sammeln, tief in unsere Identität ein?

Jeder Körper mit all seinen Eigenschaften – Gesundheit, Behinderung, Geschlecht, Hautfarbe, Herkunft, etc. – erfährt eine andere Realität.

Unsere Herkunft beeinflusst nicht nur, was wir essen und wie wir aussehen und was wir wahrnehmen, sondern auch unsere Vorstellungen von Schönheit und Selbstwert, sowie unser Verhältnis zu unserem eigenen Körper.

Die Diskussion wird auch darauf eingehen, wie sich die soziale Herkunft in unseren Einstellungen zur Sexualität, Ästhetik, Gesundheit und Krankheit zeigt und wie sie durch Gewohnheiten über Generationen hinweg weitergegeben werden. Wie können solche Muster „sozialer Gene“ durchbrochen werden?

Leitung: Dr. Andrea Chagas López (sie/ihr) Soziolinguistin, transdisziplinäre Forscherin und Akivistin.

 

Der Buch-Club wird in Kooperation mit der Stadtbibliothek Mannheim, dem Queeren Zentrum Mannheim e.V., dem Frauenbuchladen Xanthippe sowie dem Verein Ausweg Rhein-Neckar-Initiative gegen Armut und Klassismus in Mannheim konzipiert und durchgeführt.

 

Mittwoch, 03.07.24, 18:00 Uhr
Buch-Club: Körper.

18:00 Uhr / 90 Min.
Mi. 03.07
Sonderveranstaltung zzgl. Eintritt

Artist Talk: "Parasiten in der Küche. Was parasitäre Kunst alles mit einer Küche zu tun haben könnte." Jakob Wirth, Künstler und PhD Kandidat in Künstlerischer Forschung, Bauhaus Universität Weimar.

Information zum Termin

Die Projektwochen der Hochschule Mannheim, Fakultät Gestaltung werden durch eine Vortragsreihe im Auditorium der Kunsthalle vorbereitet und begleitet. Prof. Dr. Moritz Klenk, Kulturwissenschaftler an der Hochschule Mannheim, arbeitet in diesem Semester an der offenen Küche und an der Frage "Wie zusammen leben". Die Vorträge finden im Rahmen der gleichnamigen Vorlesung, die im Sommersemester an der Hochschule Mannheim angeboten wird. Die Vorlesung zu Gast in der Kunsthalle – ist für Besucher:innen aller Art geöffnet! Darüber hinaus wird Dr. Nina Rind einen Vortrag zum Thema "Wohnumwelten" halten und Jakob Wirth bietet während der Projektwochen einen Artist Talk an zum Thema "Parasiten in der Küche. Was parasitäre Kunst alles mit einer Küche zu tun haben könnte". Die Vorträge können einzeln oder als Serie besucht werden. Vorkenntnisse sind nicht nötig. Neugier genügt!


Dienstag, 16. April 2024, 16:30 - 18:00 Uhr

"Wie zusammen leben – und wie stellt man diese Frage heute?"

Prof. Dr. Moritz Klenk, Kulturwissenschaftler, Hochschule Mannheim

"In welchem Abstand zu den anderen muß ich mich halten, um mit ihnen eine Gemeinschaft ohne Entfremdung, eine Einsamkeit ohne Exil zu verwirklichen?" — so fragte Roland Barthes 1976 in seiner Vorlesung "Wie zusammen leben" am Collège de France in Paris . Erst viele Jahre später und auf ganz unvorhergesehene Weise wurde deutlich, wie aktuell diese Frage heute noch ist. Doch wie denken wir sie weiter: auf welche Weise muss man eine solche Frage heute stellen, und wie heute schon für eine ungewisse Zukunft denken?

In seinem Vortrag entfaltet Prof. Dr. Moritz Klenk diese Frage für unsere heutige Zeit. Denn: es ist noch immer eine der vielleicht wichtigsten und rätselhaftesten Fragen überhaupt. Ist das Zusammenleben denn nicht vor allem etwas ganz Selbstverständliches? Und wie kann man nach dem Selbstverständlichen fragen? Und braucht man, um eine solche Frage zu stellen Kunst? Wenn ja: welche Bedeutung haben die Künste hier, und welchen Beitrag leisten die Kulturwissenschaften?

Der Vortrag ist eine Einladung, das Selbstverständliche zu befragen, und — vielleicht — zwischen Kunst und Wissenschaft, Vertrautes anders sehen, fühlen, wahrnehmen und denken zu lernen.


Dienstag, 7. Mai 2024, 16:30 - 18:00 Uhr 

"Wohnumwelten"

Dr. Nina Rind, Kunst- und Architekturhistorikerin, KIT Karlsruhe


Wohnen ist existenzielles Grundbedürfnis und alltägliche soziale Praxis, knappes Gut und wohnungspolitische Herausforderung, aber auch Ausgangspunkt und Vision architektonischer Entwürfe und sozial-utopischer Projekte.

Am Beispiel von historischen Konzepten sowie Wohn- und Wohnbauprojekten tastet sich der Vortag an die heutigen Fragen zum Wohnen heran. Dabei geht es zum einen um die physische Umgebung des Wohnens, dem Zimmer, der Wohnung, dem Haus, dem Zelt etc. Es geht aber auch um die Dimension unserer sozialen Umwelt: Mit wem wohnen wir? Das können die Stadt, die Nachbarschaft, die Familie, die Mitwohnenden sein. Eine dritte Dimension wird durch die Dinge mit denen wir wohnen bestimmt. Und schließlich sollen mit einer vierten Dimension auch nicht menschliche Mitwohnende in die Diskussion über unsere Wohnumwelt eingeführt werden: Tiere wie Pflanzen, drinnen wie draußen. Anders als in der Architekturgeschichte üblich wird hier der Fokus auf die Alltäglichkeit und Sinnlichkeit des Wohnens in diesen vier Dimensionen gelegt und als tiefergehende Befragung teilweise gut bekannter historischer Beispiele exemplarisch diskutiert.


Dienstag, 28. Mai 2024, 16:30 - 18:00 Uhr

"Experimental Everything – das Leben als künstlerisches Experiment"

Prof. Dr. Moritz Klenk, Kulturwissenschaftler, Hochschule Mannheim

Experimente dienen, so die allgemeine Überzeugung, der Überprüfung von Hypothesen, um noch unbekannte Antworten auf bekannte Fragen zu finden. Doch dann führen Experimente einen oft auf ungeahnte Abwege, Umwege oder bringen vollkommen Unvorhergesehenes hervor. Und was fängt man nun damit an? Und was macht man, wenn man nicht nur auf der Suche nach Antworten, sondern vielleicht auf der Suche nach anderen, neuen Fragen ist?

Der Vortrag stellt Beispiele und Formen zwischen Kunst und Wissenschaft vor, in denen das das Experiment zur Haltung, zur Experimentalität geworden ist, die das ganze Leben erfasst. Was geschieht, wenn man das ganze Leben zu einem großen Experiment — oder zu einem Kunstwerk erklärt? Welche Dynamik kann entstehen, wenn nicht nur das Leben zum Experiment, sondern auch umgekehrt das Experiment lebendig, vom Leben mitgerissen wird? Und auf welche Weise ergänzt die Kunst ein wissenschaftliches Verständnis von Experiment und führt noch darüber hinaus? Ist das noch Wissenschaft oder Kunst oder … Magie?

Lassen Sie sich irritieren und inspirieren, von radikalen Versuchen in Künsten und Wissenschaften, Experimenten zwischen Wissenschaft, Kunst und (echter) Magie, und zur Frage verführen: was wird Ihr nächstes Experiment sein?


Mittwoch, 26. Juni 2024, 18:00 - 19:30 Uhr

"Die Küche als Labor und Atelier: Beobachtungen aus der Experimentellen Kulturwissenschaft"

Prof. Dr. Moritz Klenk, Kulturwissenschaftler, Hochschule Mannheim, anschließend offener Abend mit kleinen Speisen und Getränken in der Parasite Kitchen

Die Küche ist seit jeher und oft noch immer das Zentrum jeder Wohnstätte und damit das Herz praktisch jeder (Wohn-/Lebens-) Gemeinschaft. Wenn man die Frage nach dem Wie zusammen leben stellt, so muss man sie also… in der Küche stellen! Dort werden ohnehin die wirklich wichtigen Fragen verhandelt. Zugleich gilt die Küche als profaner Ort des gewöhnlichen Lebens — fast unvorstellbar, dass er für die Kunst oder Wissenschaft von Interesse sein sollte. Aber gerade darum: müsste man nicht die Küche als Labor und Atelier des wirklichen Lebens verstehen? Und was würde man mit einem solchen Perspektivenwechsel sehen lernen? 

Einrichten, ordnen, zubereiten, kochen, miteinander essen, abspülen, aufräumen, usw. — der Vortrag versucht all das als künstlerische Praxis und wissenschaftliche Methoden zu denken. Als eine große Fülle an sinnlichen, praktischen, theoretischen, ästhetischen Mitteln des Wie zusammen Lebens. Hier kommen Hitze, Zutaten, Körper, Ästhetik, Lust, Technik und Wissen zusammen. Kommen Sie vorbei — und bringen Sie Appetit auf Inspiration mit.


Mittwoch, 3. Juli, 18.00 - 19:30 Uhr

Artist Talk: "Parasiten in der Küche. Was parasitäre Kunst alles mit einer Küche zu tun haben könnte."

Jakob Wirth, Künstler und PhD Kandidat in Künstlerischer Forschung, Bauhaus Universität Weimar.

mit anschließender Parasite Kitchen und Getränken

An der Parasite Kitchen/Skulpturenplatz






18:30 Uhr / 60 Min.
Mi. 03.07
Öffentliche Führung zzgl. Eintritt

Kunststationen Fokus Sammlung. Vom Werk zum Display. Meisterwerke der Sammlung digital erzählt

Information zum Termin

Die Teilnahme an den Kunststationen ist kostenfrei.

 

Wie können Kunstwerke im digitalen Raum in ihrer einzigartigen Qualität vermittelt werden? Der Frage gingen das Kunstmuseum Stuttgart und die Kunsthalle Mannheim in dem gemeinsamen, mehrjährigen Forschungsprojekt »Vom Werk zum Display« nach. Für 22 Kunstwerke beider Sammlungen wurden Episoden entwickelt, die neue, experimentelle Vermittlungsansätze für den digitalen Raum verfolgen. Vor Ort in den Museen ist ein direkter Vergleich zwischen Original und digitaler Übersetzung möglich.

Für jedes der ausgesuchten Werke – darunter Objekte aus dem 19. Jahrhundert bis hin zu zeitgenössischen Arbeiten – wurde eine individuelle digitale Präsentationsform erarbeitet. So wurde in der Kunsthalle Mannheim unter anderem Édouard Manets Werk „Die Erschießung Kaiser Maximilians“ (1868–69) aus der eigenen Sammlung mit drei weiteren Versionen aus Museen in Boston, London und Kopenhagen virtuell überlagert. Durch die Übersetzung ins Digitale wird die Entwicklung der Bildkomposition unmittelbar ersichtlich und nachvollziehbar. Das kinetische Objekt „Kurbelwald“ (1991) von Ernst Reinold, welches für gewöhnlich in einem Museum von Besucher*innen nicht berührt werden darf, lässt sich nun auf einem Bildschirm in Bewegung setzen. Auch die Installation „Resonanz Raum“ (2020) von Nevin Aladağ erhält in der Kunsthalle eine digitale Transformation mittels derer Nutzer*innen Musik nicht nur hören können, sondern auch in der Lage sind diese selbst zu mischen. Rangezoomt bis unmittelbar auf die Oberfläche und mit einer Hörcollage aus futuristischen Manifesten hinterlegt, verwandelt sich wiederum die Bronzeskulptur „Einzigartige Formen der Kontinuität im Raum“ (1913) des Künstlers Umberto Boccioni in eine futuristische Landschaft.

In der Kunsthalle Mannheim gibt es außerdem Episoden zu Kunstwerken von Constantin Brâncuşi, Gustave Courbet, Caspar David Friedrich, Richard Long, Franz Marc, Louise Nevelson sowie eine Episode zur Kinetischen Kunst mit Werken von Jean Tinguely, Ernst Reinold und Adolf Luther.

19:00 Uhr / 60 Min.
Mi. 03.07
Öffentliche Führung zzgl. Eintritt

Kunst und Religion – Gespräch am Werk mit Pater Werner Holter, Thema: Francis Bacon, Schreiender Papst

Information zum Termin

Thema: Francis Bacon, Schreiender Papst

Wir schauen in einen dunklen, gewölbten Raum hinein und sehen einen Papst auf einem Thron, umgeben von einem käfigartigen Gerüst aus dünnen weißen Linien. Sein Mund ist weit geöffnet, aber es ist unklar, ob er aus Angst oder Wut schreit. Der englische Maler Francis Bacon (1909 - 1992) ist bekannt für Gemälde, deren dargestellte Figuren ganz offensichtlich Gewalt, Schmerz, Einsamkeit und Angst erleben. Dass auch ein Papst solchen existenziellen Gefühlen ausgesetzt ist, wurde in berühmten Papst-Porträts von Raffael, Tizian und Velasquez, mit denen sich Francis Bacon intensiv auseinandersetzte, niemals auch nur angedeutet. Doch Gottes Stellvertreter auf Erden ist ein Mensch. Bacons Gemälde von 1951 gehört zu den herausragenden Werken der Sammlung der Kunsthalle Mannheim und führt zu aktuellen Fragen nach den Möglichkeiten und den Grenzen kirchlicher Strukturen.

19:30 Uhr / 60 Min.
Mi. 03.07
Sonderveranstaltung Eintritt inkl.

Menschlichkeit, in dieser Ökonomie? Über das Verhältnis zwischen Armut und Reichtum in der Kunst. Vortrag von Maria Ines Plazo Lazo, Straßenzeitung "Arts Of The Working Class"

Information zum Termin

Infos folgen

10:30 Uhr / 60 Min.
Do. 04.07
Öffentliche Führung zzgl. Eintritt

Überblicksführung "Sarah Lucas – Sense of Human"

Information zum Termin

Sarah Lucas (*1962 in London, UK) setzt sich in ihrem Werk kritisch-humorvoll mit Aspekten des menschlichen Körpers und seinen gesellschaftlichen Zuschreibungen auseinander. Geprägt von radikaler Formensprache hinterfragt sie in ihren Fotografien, Skulpturen und Installationen soziale Normen und Geschlechterstereotype. Oft finden Alltagsgegenstände und -sprache Eingang in ihr Werk, die sie spielerisch in neue Bedeutungszusammenhänge stellt und grundlegende Themen der Skulptur erkundet. In ihrer ersten institutionellen Ausstellung in Deutschland seit 2005 bringt Lucas Werke aus fast vier Dekaden künstlerischen Schaffens zusammen. Diese reichen von frühen Arbeiten der 1990er-Jahre bis hin zu jüngst entstandenen Werken, in denen sie Fragestellungen des Körperlichen im sozialen Feld weiterentwickelt.

15:30 Uhr / 60 Min.
Sa. 06.07
Öffentliche Führung zzgl. Eintritt

Überblicksführung "Monika Grzymala & Katharina Hinsberg. Zwischen einer Linie"

Information zum Termin

In dieser Ausstellung treffen zwei Künstler*innen aufeinander, die unterschiedlicher kaum sein könnten, und gleichzeitig ausgesprochen viele Gemeinsamkeiten haben: Sie arbeiten vor allem als Zeichnerinnen, die immerwährende Auseinandersetzung mit der Linie ist ein vorrangiges Thema, und auch dies haben die Künstlerinnen gemeinsam: viele ihrer Zeichnungen entstehen im Raum, bewegen sich durch den Raum und haben eine ausgesprochen bildhauerische Qualität. Dort entfalten sie aber mehr als unterschiedliche Bildwelten, Raumwirkungen und Dynamiken. Während sich die Raumzeichnungen von Katharina Hinsberg mit einer geradezu sezierenden Klarheit als fragile Linien durch den Raum bewegen, geht von den Zeichnungen Monika Grzymalas eine eruptive, explosionsartige Wucht aus, mit der ihre mächtigen Linienbündel den Raum durchdringen und besetzen.

Die Künstlerinnen werden die Räume gemeinsam bespielen. Die Ausstellung entsteht in einem fortlaufenden Dialog zwischen den Künstlerinnen über ihre Vorstellungen zum Thema der Zeichnung.