nicht ausgestellt
Einstieg
Religiöse Motive nehmen im Werk des deutschen Bildhauers Ernst Barlach eine bedeutende Stellung ein. Der expressionistische Künstler bezeichnete sich vielfach als »Gottsucher«, wobei sein religiöses Empfinden immer wieder mystische Formen annahm.
Das Figurenpaar »Das Wiedersehen« zeigt die berühmte Begegnung des Apostels Thomas mit dem auferstandenen Christus. Aber Barlach konzentriert sich nicht auf den Zweifel des Apostels, der erst die Seitenwunde Christi berühren musste, um an dessen Rückkehr von den Toten zu glauben. Stattdessen zeigt er uns den Moment des Erkennens selbst und verleiht ihm einen Ausdruck tiefer menschlicher Nähe. Christus stützt Thomas, dessen Hände wiederum auf den Schultern seines Herrn liegen. Und auch die ausdrucksstarke Mimik der Figuren deutet eine Fülle von Emotionen an: Unglauben und Erkenntnis, Schutzversprechen und Überweltlichkeit. Trotz aller abstrakten Tendenzen in der Kunst seiner Zeit, löste sich Barlach nie von der menschlichen Figur – sie blieb für ihn das geeignetste Mittel, um das Allgemein-Menschliche darzustellen.
Einstieg
Religious motifs play an important role in the work of German sculptor Ernst Barlach. The expressionist artist often described himself as a "seeker of God," and his religious sensibility repeatedly took on mystical forms.
The pair of figures entitled "The Reunion" depicts the famous encounter between the Apostle Thomas and the risen Christ. But Barlach does not focus on the apostle's doubt, who first had to touch Christ's side wound in order to believe in his return from the dead. Instead, he shows us the moment of recognition itself and imbues it with an expression of deep human closeness. Christ supports Thomas, whose hands in turn rest on his Lord's shoulders. And the expressive facial expressions of the figures also suggest a wealth of emotions: disbelief and recognition, promises of protection and otherwordliness. Despite all the abstract tendencies in the art of his time, Barlach never broke away from the human figure - for him, it remained the most suitable means of representing universal humanity.
Kunsthalle Mannheim